Die Tränen des Hl.Laurentius - Perseiden 2010

Der 10.August ist der Festtag des Heiligen Laurentius, der 258 n.Chr. als Erzdiakon des Papstes Sixtus II. das Martyrium erlitt. In den Tagen vom 17.Juli bis 24.August zeigen sich besonders viele Sternschnuppen; daher nennt sie der Volksmund die "Tränen des Heiligen Laurentius". Sie scheinen aus dem Sternbild Perseus auszustrahlen - daher der Name "Perseiden".

Die Erde durchfliegt alljährlich den strukturierten Teilchenstrom, den der Komet 109P/Swift-Tuttle in seiner Bahn hinterlassen hat:

Komet 109P/Swift-Tuttle, 1992 11 30, m1 4,7mag, 16h57-1701 UT, Schmidtkamera 20/30cm, Mieders TI. Michael Jäger.

Die Partikel leuchten im Zusammenstoß mit der Erde in der Lufthülle auf. Die parallelen Raumbahnen scheinen aus einem Fluchtpunkt, dem Radianten, auszustrahlen. Er wandert zufolge des Umlaufs der Erde um die Sonne nach Rekt/Dekl von 15.Juli von "unter der Kassiopeia" (0h24/+50°) "über dem Schwertarm des Perseus" zum Maximum am 12.August (3h12/+58°) nahe η Per und bis 24.August "unter der Giraffe" (4h12/+58°). Das Maximum fällt in die zweite Hälfte der Nacht vom 12. auf den 13.August 2010 mit rund 100 - auf den Zenit bezogenen - Meteoren pro Stunde, also knapp 2 pro Minute. Die Meteore leuchten 90-114 km hoch auf und sind durchschnittlich heller als bei anderen Strömen, s.Heft 8 /2008, p.152. Hier Himmelsanblick 2010 08 13, 3h30 MESZ Wien:

Einladung zur Beobachtung des Meteorstrom-Maximums im Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg am 13., 3h-5h30 bei Schönwetter mit Dipl.Ing.H.Katzgraber und Mag.F.Vrabec. Diese Karte kann im Copyshop auf Kopierkarton vergrößert werden, um bequem Meteorspuren (nummerieren!)) eintragen zu können. Blickrichtung zum Radianten oder bei mehreren Beobachtern Aufteilung in Himmelsregionen, s. Heft 7/1987! Der Radiant liegt unter dem "u" von Perseus, für 3h30 Azimut 52°, Höhe 58°. Er steigt bis 5h00 auf Azimut 47° und 72°; sehr günstig. Aufnahmen mit Weitwinkel - Digitalkameras mit automatischer Bilderschaltung sowie Uhrzeit-Registrierung und vielleicht sogar mit Unterbrecher (s.Bild von H.Koberger) sind wertvoll. Zahlreiche Beteiligung wäre sehr erfreulich!

Berichte bitte an das Astronomische Büro, 1230 Wien!

Auch in Heft 8/2001 ist über diesen wohl bekanntesten Meteorstrom berichtet worden und vor allem seine Rolle bei der Entdeckung der Beziehung zwischen Meteorströmen und Kometen erläutert worden. Der Erzeugerkomet 109P mit 135 Jahren Umlaufszeit wurde bei seiner letzten Wiederkehr im Herbst 1992 in Österreich von R.Conrad, M.Jäger und G.Rhemann beobachtet; auf der Wiener Urania Sternwarte sahen ihn bei Führungen am Doppelfernrohr 175 Gäste am 6.,7. und 29.November.- Die Bahnelemente für die genannten Wiederkehren stehen ebenfalls in Heft 8/2001. Red.


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